Häufig gestellte Fragen zum Thema Brille


Fakten

Heute tragen über 50% der Personen in Deutschland eine Brille. Der Anteil der Brillenträger bei den unter 30jährigen ist von 10% in der Nachkriegszeit auf heute circa 30% gestiegen. Dies ist v.a. auf eine bessere Versorgung aber auch höhere visuelle Ansprüche im Arbeitsleben zurückzuführen (Bildschirmarbeitsplatz etc.)


Kurzsichtigkeit (Myopie)

Bei Kurzsichtigkeit kann der Betroffene nur auf kurze Distanz scharf sehen, daher der Begriff Kurzsichtigkeit. Ohne entsprechende Korrektur wie Brille, Kontaktlinse oder auch eine Laserbehandlung der Hornhaut hat der Betroffene keine Möglichkeit, Dinge in der Ferne scharf zu sehen. Die Häufigkeit der Kurzsichtigkeit variiert erheblich je nach Region. Während in ländlichen Regionen Afrikas nahezu keine Kurzsichtigkeit gefunden wird, sind circa 90% der Südkoreaner kurzsichtig. Dies wird v.a. auf genetische Komponenten und auch die unterschiedliche Beanspruchung der Augen zurückgeführt. Aufenthalt im Freien gilt nach heutigen Erkenntnissen als günstiger Faktor, viel Naharbeit (vor allem bei schlechter Beleuchtung) gilt als negativer Faktor.


Weitsichtigkeit (Hyperopie)

Bei der Weitsichtigkeit kann der Betroffene als junger Mensch auch entfernte Dinge scharf sehen.  Das Auge kann theoretisch auch Dinge scharf sehen, die weiter als unendlich entfernt sind. Das Auge muss jedoch, um Dinge scharf sehen zu können aktiv scharf stellen. Dieses Scharfstellen, oder als Fachbegriff Akkomodation ist eine Fähigkeit des jungen Auges, die mit dem Autofokus einer Kamera vergleichbar ist. Je näher ein Objekt kommt, desto stärker muss der betroffene akkomodieren, also aktiv Scharfstellen. 

Kindern gelingt dieses Scharfstellen bis zu einem gewissen Grad mühelos. Je nach Alter wird ab einer bestimmten Weitsichtigkeit in der Regel trotzdem das Tragen einer Brille empfohlen, da dieses Scharfstellen (wenn auch zunächst unbemerkt) das Kind anstrengt. Hierdurch kann die Sehentwicklung gefährdet sein, wenn eine notwendige Korrektur nicht getragen wird.  Wird dann eine Schwachsichtigkeit beispielsweise erst mit der Einschulung aufgedeckt, ist der optimale Zeitpunkt für eine Behandlung verstrichen und eine 100%ige Sehschärfenentwicklung leider oft nicht mehr möglich. Außerdem können bei nicht korrigierter Weitsichtigkeit mit steigender Naharbeit in der Schule Kopfschmerzen und andere Probleme auftreten. Es wird daher eine Überprüfung der Brechkraft durch den Augenarzt bereits im Kleinkindesalter empfohlen.


Alterssichtigkeit (Presbyopie)

Lesen Sie bitte vor diesem Abschnitt in jedem Fall den vorangegangenen Abschnitt Weitsichtigkeit.

Der Vorgang der Akkomodation geschieht die ersten 1-2 Lebensjahrzehnte unbewußt und ohne spürbaren Aufwand. Je älter wir werden, desto weniger gut gelingt dies mühefrei. Unser Autofokus wird quasi langsam schwächer.  Oftmals merken Erwachsene in Abhängigkeit der Ausprägung der Weitsichtigkeit zwischen dem 20-40. Lebensjahr, dass der Blickwechsel aus der Nähe in die Ferne und umgekehrt  mit einem kurzen Moment des Unscharfsehens einhergeht und es einen Moment dauert, bis das Bild wieder scharf ist. Die Frage ab wann eine Alterssichtigkeit korrigiert werden muss, läßt sich nicht pauschal beantworten. Ist augenärztlich ein sonst vollkommen regelrechter Befund erhoben worden, ist es in den meisten Fällen letztlich eine Frage des Komforts. Gerne zeigen wir Ihnen den für Sie besten Weg auf.


Hornhautverkrümmung (Astigmatismus)

Eine Hornhautverkrümmung, also die ungleiche Krümmung der Hornhaut in verschiedenen Richtungen haben fast alle Menschen. Oft so gering, dass dies für die Sehschärfe nicht relevant ist. Wird ein kritischer Wert überschritten, wird jedoch eine Korrektur empfohlen, die dann entsprechend bei der Anfertigung der Brille mit einbezogen wird.